Beim Heimspiel in Kvitfjell ging es für Aksel Lund Svindal um viel. Und der Norweger lieferte ab, 180 von 200 möglichen Punkten kamen auf sein Konto. Damit gewann er den Super-G-Weltcup vorzeitig, bei anderen Wertungen bleibt es spannend.

Svindal, der König von Kvitfjell

Glückwunsch, Aksel! Svindal stand in Norwegen unter Druck. Nur mit vielen Punkten aus den beiden Speedrennen würde er Marcel Hirscher im Kampf um den Gesamtweltcup noch einmal angreifen können. Diese Aufgabe erfüllte Svindal souverän: Ein Sieg und ein zweiter Platz brachten ihn bis auf 29 Zähler an den Österreicher heran, der aber nun vor dem Finale in Lenzerheide bei zwei technischen Rennen wieder aufstocken kann.

Super-G Wertung entschieden

Fix ist immerhin der Super-G-Weltcup: Zum vierten Mal geht der an Svindal, der damit zu einem der erfolgreichsten Fahrer dieser Disziplin aufsteigt. Nur Hermann Maier war hier einmal öfter siegreich. Svindal gewann das Rennen vor Georg Streitberger und Werner Heel, fünf weitere Österreicher unter den Top Ten (Reichelt, Puchner, Franz, Mayer und Kröll) sorgten für ein glanzvolles ÖSV-Teamergebnis.

Spannung vor dem Abfahrts-Finale

Freuen dürfen wir uns weiterhin auf das Finale in der Königsklasse: In Lenzerheide haben  beim Showdown noch vier Fahrer die Chance auf die Kugel. Svindal hat sich mit Platz zwei die Pole-Position gesichert, mit 439 Zählern liegt er 58 Punkte vor Titelverteidiger Klaus Kröll, 61 Punkte vor Dominik Paris und 69 Punkte vor Christof Innerhofer. Für diese Ausgangsbasis reichte Svindal auf dem Olympiabakken ein zweiter Platz. Adrien Theaux fing den Norweger zwar ab und siegte – er hat aber in der Gesamtwertung keine Chance mehr. Klaus Kröll reihte sich eine wichtige Hundertstel vor dem Kanadier Osborne-Paradis noch auf Rang drei ein. Diese Hundertstelsekunde  könnte sich als wichtig erweisen - sie hält den Rückstand des Steiers unter 60 Zählern - und im Finale gelten oft andere Gesetze. Die Italiener Paris und Innerhofer (Neunter und Zehnter) waren die Verlierer des Tages – ohne einen Sieg beim Finale werden sie sich den Traum von der kleinen Kugel wohl nicht erfüllen können. Und auch dann müssen sie noch auf Patzer der Konkurrenten hoffen.

Windlotterie in der Abfahrt

Der Ausgang war dabei in Kvitfjell auch Glückssache. Wegen starker Windböen wurde der Start der Abfahrt vorverlegt, doch gerade im Zielbereich bekamen die Athleten unterschiedlich viel Gegenwind und verloren zum Teil enorm. Am wenigsten Widerstand hatte offenbar Theaux, der trotzdem auch einen guten Lauf herunterbrachte.

Deutsches Speed-Team ohne Erfolgserlebnis

Nach dem Top-Ten Platz in Garmisch durch Sepp Ferstl blieb das DSV-Team in Norwegen wieder einmal blass. Ferstl war diesmal als 30. wieder bester Abfahrer. Stephan Keppler plagte sich mit einer Schulterverletzung zu Platz 26 im Super-G und war damit bester Deutscher. Dass dieses Ergebnis bereits sein bestes Saisonresultat im Super-G war, lässt aber tief blicken. Weder in der Abfahrt noch im Super-G hat sich ein Deutscher für das Finale qualifiziert - schade. Keppler trat in der Abfahrt wegen anhaltender Schmerzen erst gar nicht mehr an.

Patrick Küng für's Finale qualifiziert

Ein bisschen besser lief es für die Eidgenossen - vor allem dank Patrick Küng. Der belegte Rang zwölf in der Abfahrt und Platz 22 im Super-G und darf damit im Super-G als einziger (!) Schweizer beim Finale in der Lenzerheide in Speedrennen auflaufen - als 24. des aktuellen Weltcups. Dieses Vergnügen werden Didier Defago, Carlo Janka und Silvan Zurbriggen nicht haben, auch wenn Defago und Janka als 14. und 15. des Super-G aufsteigende Tendenz zeigten. Janka hat nach diesem Stopp seine Saison vorzeitig beendet.

Spannung in Slowenien

Vor der Lenzerheide stehen nun noch die Technik-Rennen in Kranjska Gora an. Dort wird die Entscheidung im Slalom-Weltcup erwartet, auch im Riesenslalom kann diese fallen. Legt Marcel Hirscher hier so stark nach wie Aksel Lund Svindal in Kvitfjell vorgelegt hat, dann dürfte seiner Titelverteidigung in der Gesamtwertung nichts mehr im Weg stehen.