Osterreich

Einige Alpenregionen kämpfen weiter mit enormen Niederschlagsmengen, Lawinen und Überschwemmungen

19. November 2019 | Skiinfo

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Während sich die meisten Bergbahnbetreiber in den nördlichen Alpenregionen in Ruhe auf den Winterstart vorbereiten können, ist die Lage in einigen Teilen Österreichs merklich angespannt. Tagelange Regen- und Schneefälle, vor allem in Oberkärnten, dem südlichen Salzburger Land und in Osttirol, sorgten für große Lawinengefahr, Straßensperrungen, Murenabgänge, Überschwemmungen und Belastungen im Alltag der Bewohner und Touristen. Mehrere Tage waren einige Tiroler Gletscher nicht geöffnet, da die Zufahrtsstraßen nicht freigegeben wurden - Lawinengefahr! So blieben am Kaunertaler und Stubaier Gletscher, am Kitzsteinhorn oder auch am Mölltaler Gletscher trotz bester Schneebedingungen nur lange Gesichter bei den Skisportlern. Aber: Sicherheit geht natürlich vor!

 

Zu viel Schnee: Auch das gibt es im November

 

Letztes Jahr um diese Zeit war an Schnee in den meisten Regionen der Alpen noch nicht zu denken, in diesem Jahr sieht das ganz anders aus. Innerhalb des Novembers fielen zum Teil knapp 2 Meter Schnee, vor allem in den südlichen Regionen Österreichs, auf den Gletschern am Hauptkamm, aber auch in den französischen Nordalpen, in vielen nördlichen Landesteilen von Italien (Hochlagen von Südtirol, Trentino) und in der Schweiz. Bei den Eidgenossen liegt aktuell zwischen 800 und 1200 Meter eine geschlossene Schneedecke im gesamten Land, allerdings im Norden deutlich weniger als in den südlichen Landesteilen.

 

Alleine zwischen Donnerstag- und Montagebend fielen in der Schweiz am Alpenhauptkamm vom Monte Rosa bis zum San Bernardino Pass und südlich davon etwa 60 bis 90 cm Neuschnee. Noch mehr kam vor allem am Freitag und am Sonntag auf den österreichischen Gletschern zusammen: Schneefallmengen bis zu einem Meter wurden gemeldet, begleitet von unglaublichen Bildern:

Dude, where is my Pistengerät?  - © Facebook Stubaier Gletscher

Dude, where is my Pistengerät?

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Dacharbeiten am Hintertuxer Gletscher  - © Hintertuxer Gletscher

Dacharbeiten am Hintertuxer Gletscher

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Schneemengen am Katschberg  - © Katschberg

Schneemengen am Katschberg

Copyright: Katschberg

 

Am Kaunertaler Gletscher kann man sich im Moment nicht über zu wenig Schnee beklagen  - © Kaunertaler Gletscher

Am Kaunertaler Gletscher kann man sich im Moment nicht über zu wenig Schnee beklagen

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Die Schnee- und Regenmengen sorgten aber bei den Einsatzkräften für große Bauchschmerzen: Zahlreiche Zugstrecken sind aktuell nicht befahrbar, am Dienstagmorgen wurde von mehreren Hangrutschungen in Osttirol und Tirol berichtet, große Verbindungsstraßen wie die Felberntauernstraße sind seit mehreren Tagen gesperrt. Auch im Gasteiner Tal ist die Lage angespannt, die B167 (Gasteiner Straße) zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein bleibt weiterhin gesperrt - vor allem wegen der flächig abgehenden Hänge sowie umstürzenden Bäumen, die sich im aufgeweichten Boden nicht mehr halten können. Auch Überschwemmungen sind Thema, nicht nur in Österreich, sondern auch in Norditalien. Im Laufe der Woche sollte sich die Lage in Österreich aber etwas entspannen, denn spätestens ab Mittwoch dürfte es zunächst für ein paar Tage mehr oder weniger trocken bleiben. Anders sieht es in den Westalpen aus, doch dazu mehr unten im Wetterausblick.

Hier noch ein Video aus Martell in Südtirol vom Sonntagmorgen, als sich eine Lawine durch das Dorf schob:


Nicht ganz so viel Schnee fiel bisher auf der Zugspitze, dennoch waren die Bedingungen hier zum ersten Saisonstart in Deutschland am vergangenen Wochenende perfekt. Seit Freitag sind die Sesselbahnen Sonnenkar und Wetterwandeck sowie die Pisten Sonnenkar, Aspen Run, Kleine Sonnenkar, Wetterwandeck und Zufahrt Wetterwandeck in Betrieb. Hier ein Bild vom Eröffnungswochenende:

Zugspitze

 

Wo kann man derzeit noch Skifahren gehen? Am Wochenende feierten zahlreiche Skigebiete in Österreich und der Schweiz ihren Saisonstart, meist allerdings nur im Wochenendbetrieb. In Davos (SUI) konnte man ebenso erste Schwünge ziehen wie auf der Reiteralm und der Planai (AUT), der Silvretta Montafon (AUT), in Andermatt (SUI) oder Verbier (SUI). Am kommenden Wochenende stehen dann einige weitere Openings an, meist wurden sie aufgrund der guten Schneelage vorgezogen. Ein Highlight: Im Skigebiet Hochzeiger im Pitztal werden die Lifte am 23./24.11. laufen und alle Skifahrer kostenlos transportiert!

 

Alle aktuellen Schneefälle und Schneeberichte aus den Skigebieten findet ihr hier: Deutschland | Österreich | Schweiz | Frankreich | Italien

 

Alle geöffneten Skigebiete findet ihr hier aufgelistet: Deutschland | Österreich | Schweiz | Frankreich | Italien

 

Wetterausblick: Großwetterlage ändert sich,  Schneefall nur noch in den Südwestalpen

 

Am Dienstag sorgt ein Mittelmeertief für trübes Bergwetter und weitere, teils ergiebige Regen- und Schneefälle (oberhalb von etwa 1000m im Westen der Alpen, 1500m im Osten). Schwerpunkt liegt am Hauptkamm und südlich davon, der Norden ist wie so oft in den letzten drei Wochen wetterbegünstigt. 

 

Am Mittwoch beginnt so langsam die Änderung der Großwetterlage: Das Tief über dem Mittelmeer wird schwächer und am Donnerstag liegen die Alpenländer genau zwischen einem starken Hochdruckgebiet über Osteuropa und Russland (auch "Russen-Hoch" genannt), das milde und trockene Luft zu uns bringt, und einem Atlantiktief. Und so wird das Wetter in Deutschland bis zum Wochenende meist trocken, lediglich ganz im Westen kann es nochmal etwas kräftiger regnen. Der Alpenraum hingegen ist wettertechnisch zweigeteilt: Ab Mittwoch dürfte der östliche Alpenraum von Graubünden bis nach Niederösterreich kaum noch Niederschläge bekommen, während die französischen Alpen, die italienischen Seealpen bis hoch hinauf zum Oberwallis auf der Rückseite des Atlantiktiefs weiterhin feuchte Luft abbekommen, die sich vor allem zwischen Donnerstag und Samstag erneut am Alpenbogen stauen und dann durchaus ergiebige Schnee- und Regenfälle mit sich bringen wird. Die meisten Regionen können aber aufatmen und sich bis zum Ende des Monats über eine Verschnaufpause freuen, denn Schnee und Regen ist zunächst kein Thema mehr.

 

3-Tages-Schneevorhersage für die Skigebiete in Europa

 

3-Tage-Schneevorhersage Windy.com, ECMWF-Wettermodell

 

 

Wetterausblick (GFS-Modell): Ischgl (AUT), Zermatt (SUI), Oberstaufen (GER) [Quelle: www.wetterzentrale]

 

Wetterkarte St. Moritz

 

Wetterkarte Zermatt

 

Wetterkarte Oberstaufen

 

 

Wettervideos

 

 

 

 

Aktuelle Eindrücke aus den Sozialen Medien

 

 

 

 

 

Bilder & Videos

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