Kaum zu glauben, dass ausgerechnet mir so was passiert. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo der Wilde Kaiser schon früh morgens mit orangefarbenem Lichtspiel den strahlend blauen Wintertag ankündigt und die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental im Schneebericht beste Verhältnisse attestiert. Mama und die kleine Tochter haben sich bereits am Vorabend entschieden den Bastelanleitungen diverser Fernsehsendungen zu folgen und vielleicht nach dem Vormittagsschläfchen der Kleinen den Garten mit einem Schneemann zu verzieren.

Also ist meine Vorfreude unbestrittener Maßen sehr groß, als meine, schon rote Pisten fahrende, Tochter am Vorabend frohlockt – „Papa der Hexenwald ist unser!“ – und jetzt das. Nicht, dass sich in unserem Leben alles nur ums Skifahrern drehen würde und dass es nicht Wichtigeres gäbe. Ihr werdet mir mit Sicherheit nachfühlen können, angesichts der Bilder. An so einem Tag ist es schlichtweg nicht zulässig, je geradezu grob fahrlässig „Trübsal“ zu blasen, da heißt es – „OK liebe Tochter, wir machen was anderes.“

Was tun, außer Skifahren?

Ich versuche meiner Tablet erfahrenen Tochter zu versichern, dass wir nach gemeinsamer Suche auf der Wilden Kaiser Homepage etwas Passendes finden. Und siehe da, die Auswahl ist mannigfaltig. Nachdem es ein wunderschöner Wintertag ist, entscheiden wir uns dazu, das von uns im Sommer viel besuchte Kaiserbad heute einmal auszulassen. Lama Trekking, „klingt super spannend!“, sagt das Töchterchen und kommt somit in den engeren Kreis der Favoriten. KiKo Söll, der Abenteuerhof, hmm – erste Schritte im Schnee, gemeinsames Basteln und Mittagessen, ist fast zu „artverwandt“ mit dem eigentlichen Programmpunkt und vor allem soll Papa heute immer dabei sein!

Eislaufen gibt es in Söll und Going, wobei die Kleine hier sofort auf die Idee kommt, dass es doch kein Problem wäre zunächst die Lamas zu machen und dann Schlittschuh zu laufen. Fackelwanderung, Lippizzaner Gestütsführung sind alles Punkte, die heute den Sprung ins Top Ranking knapp verpassen. „Doch Rodeln wäre doch super Papa“, immerhin hat das Christkind vor einem Jahr eine tolle Familienrodel da gelassen.

Im Stile eines großen römischen Feldherrens baue ich mich vor meiner Tochter auf, schließe jegliche technische Hilfsmittel und verkünde inbrünstig: "Alea iacta es, nun so sei es". Klein Töchterchen schaut etwas verwirrt, grinst dann aber doch ob meiner etwas eigenartigen Pose. „Zuerst machen wir die Rodelbahn in Going unsicher, dann gehen wir uns stärken und freuen uns auf das Lama Trekking in Ellmau“.

Das zufriedene Gesicht der Tochter und die beinahe „Ohnmacht“ im Auto auf der Rückfahrt, bestätigen uns, die richtige Wahl für diesen Wintertag am Wilden Kaiser gewählt zu haben.