In einer schriftlichen Stellungnahme rügt der Beschwerdeausschuss des Deutschen Rates für Public Relations den Geschäftsführer des Tourismusverbandes Seefeld, Elias Walser. Die Meldung um eine vermeintlich fehlgelieferte Pistenraupe, die nach Seefeld in Schleswig-Holstein anstatt nach Seefeld in Österreich geliefert wurde, schaffte es in viele Medien und erregte große Aufmerksamkeit. Hier die Mitteilung des Deutschen Rates für Public Relation zur Thematik:

Sachlage

Es handelt sich bei diesem Fall um die vermeintliche Irrfahrt einer Pistenraupe, die anstatt in das österreichische Seefeld in den gleichnamigen Ort in Schleswig - Holstein geliefert wurde. Mehrere Medien, unter anderem Spiegel Online, FAZ, Bild und der NDR berichteten am 24.11.2016 über die Meldung, die von der dpa veröffentlicht wurde. Auf die konkrete Nachfrage der dpa und anderer Medienvertreter beim österreichischen Tourismusverband Seefeld, ob es sich bei dieser amüsanten Meldung wirklich um die Wahrheit und nicht eine inszenierte Geschichte handle, bestätigte Elias Walser, Geschäftsführer des Tourismusverbandes, den Vorgang als wahr.

Herr Walser schickte Medienberichten zufolge der dpa außerdem ein Foto, um die Geschehnisse zu bestätigen. Auch auf mehrmalige Nachfrage blieben sowohl Elias Walser, Alex Kröll, der den LKW-Fahrer der verirrten Raupe mimte, und der angebliche Chef der zuständigen Spedition, der sich später als Karl Royer, Geschäftsführer der zuständigen österreichischen Werbeagentur SR1 entpuppte, dabei, dass die Geschichte wahr sei. Erst zwei Tage später räumte Herrn Walser ein, dass es sich hier um einen „PR-Gag“ gehandelt habe.

Beschluss

Der DRPR rügt den Geschäftsführer des Tourismusverbandes Seefeld in Österreich, Elias Walser, den in die Durchführung involvierten Kabarettisten Alex Kröll und Karl Royer, Geschäftsführer der österreichischen Werbeagentur SR1, aufgrund der bewussten Täuschung der dpa und anderer Medienvertreter sowie der Schädigung des Berufsfeldes der PR. Der DRPR ermahnt die Beteiligten, zukünftige PR-Aktionen innerhalb der geltenden Normen und Ratsrechtslagen durchzuführen, um nicht dem Ansehen des Berufstandes der Public-Relations-Fachleute durch unprofessionelles Handeln weiter zu schaden.

Begründung

Die Zuständigkeit des DRPR ist nach der Beschwerdeordnung gegeben. Die Beteiligten sind in Deutschland tätig geworden. So haben unter anderem deutsche Medien über den Fall berichtet und sind von den Beteiligten in die Irre geleitet worden. Die Rüge begründet sich zum einen auf dem Tatbestand der Intransparenz und noch stärker der bewussten Täuschung von Medienvertretern durch Elias Walser und Karl Royer. Zum anderen wird der Branche durch eben dieses Vorgehen Schaden zugefügt, wenn als vermeintlichen „Gag“, Journalisten bewusst belogen werden. Ein offizieller Vertreter des Tourismusverbands wie Herr Walser wäre dazu verpflichtet gewesen, die Sachlage gegenüber der Presse aufzuklären, sobald konkrete Nachfragen erfolgten. Hier sind die Grenzen von Satire, künstlerischer Freiheit etc. klar überschritten.

Vorhaben und Aktionen dieser Art verstoßen gegen Art. 1, 2 und 12 des Deutschen Kommunikationskodexes sowie gegen Art. 4, 15, 18 und 19 des Code de Lisbonne.

Weitere Infos zur Rüge: http://drpr-online.de/wp-content/uploads/2017/01/DRPR-Ratsbeschluss_Fall-082016.pdf