Bei mehreren schweren Unfällen am Mittwoch, Donnerstag und Freitag hat es im Alpenraum Tote gegeben. Am Donnerstagmittag wurden in Ischgl drei Männer aus Tschechien von einer Lawine verschüttet. Nach Angaben der Bergbahnen seien die drei Männer auf dem Weg zu einer Piste gewesen, die wegen der großen Lawinengefahr gesperrt war. Im Talgrund des Velilltals angekommen, löste sich im gegenüberliegenden Hang ein Schneebrett und erfasste die Urlauber. Zwei der Männer wurden nur leicht verschüttet und konnten sich selbst wieder befreien, sie fingen zusammen mit einem Begleiter, der einen anderen Weg genommen hatte, die Suche nach dem dritten Verschütteten an. Dieser sei mit Hilfe von LVS-Geräten nach 10 Minuten gefunden und nach etwa 15 Minuten ausgegraben worden. Der 43-Jährige war aber nicht mehr ansprechbar, Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die alarmierten Rettungskräfte, die kurz darauf eintrafen, konnten nur noch den Tode des Mannes feststellen.

Die Tiroler Tageszeitung berichtet zudem von einem weiteren tödlichen Vorfall im Skigebiet Ischgl. Zwei Brüder aus der Schweiz waren in einem Waldgebiet unterhalb der Bergstation der Bodenalpbahn in Richtung Fimbatal unterwegs, als der Vorfahrende bemerkte, dass der Bruder nicht mehr hinter ihm fuhr. Ein Blick zurück lokalisierte den 22-Jährigen, der reglos im Schnee lag. Die verständigte Pistenrettung versuchte den jungen Mann zu reanimieren, war aber nicht erfolgreich. Wie die Polizei mitteilte, war der Mann wohl ohne Fremdeinwirkung gestürzt und habe sich dabei wohl tödliche Verletzungen zugezogen. Eine Lawine war nicht Grund des Unfalls. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat eine Obduktion angeordnet.

Bereits am Mittwoch gab es im Vinschgau in Südtirol ein sehr tragisches tödliches Lawinenunglück: Eine Mutter und ihre elfjährige Tochter aus Baden-Würtemberg erlagen nach einem Lawinenabgang im freien Skiraum des Skigebietes Schöneben-Haideralm ihren schweren Verletzungen. Sie waren Teil einer siebenköpfigen Skiclub-Gruppe, die die Lawine vermutlich selbst auslöste. Nach Informationen der Bild-Zeitung waren die beiden tödlich verunglückten die einzigen in der Gruppe, die keine Lawinenairbag-Rücksäcke trugen. Der Vater der Elfjährigen versuchte über zwei Stunden, seine Frau und Tochter wieder zu beleben.

Am Freitag wurde mindestens ein Deutscher bei Kals am Großglockner bei einem Lawinenabgang getötet. Ein zweiter Wintersportler wird noch vermisst, die Hoffnung ihn noch lebend zu finden, sind klein. Die beiden 25- und 26-Jährigen aus dem Chiemgau in Bayern waren im freien Skiraum unterwegs und wurden von einem sehr großen Schneebrett verschüttet. Zeugen des Lawinenabgangs habe es keine gegeben, ein Freund hatte erste gegen 15 Uhr die beiden Schneesportler als vermisst gemeldet. Etwa zeitgleich entdeckten zwei Einheimische den Lawinenabgang und alarmierten ebenfalls die Rettungskräfte. Sie waren es auch, die mit Hilfe von LVS-Geräten einen der beiden Männer orteten. Der 25-Jährige war metertief verschüttet und konnte erst gegen 16:45 Uhr ausgegraben werden. Leider konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Die anschließende Suche nach dem zweiten Mann war bis zum Abend erfolglos und musste vorerst unterbrochen werden, so die Tiroler Tageszeitung. Update: Leider wurde auch der zweite Wintersportler tot geborgen.

 

Im Kühtai kam es am Freitag zu zwei Teilverschüttungen, als eine Lawine bis auf eine Piste abging. Da nicht klar war, ob noch Personen vollverschüttet wurden, wurde der gesamte Lawinenkegel mit 150 Mann bis zum Abend abgesucht.

Große Schneemengen sorgten auch im Wallis für extreme Lawinengefahr und zahlreiche Abgänge. Hier sieht man beispielsweise (ab Sekunde 50) eine massive Schneelawine, die zwischen Täsch und Zermatt abging und Teile der Verbindungsstraße erreichte, die zum Zeitpunkt des Abgangs aber bereits gesperrt war.

 

Am Stubaier Gletscher ging am Donnerstag gegen 15 Uhr eine Lawine ab und verschüttete Teile einer Schleppliftspur. Der Lift war während des Unglücks in Betrieb, glücklicherweise aber kaum besetzt. Es wurde kein Mensch verschüttet oder verletzt.

Zahlreiche Straßen wurden in Tirol, Vorarlberg und in der Schweiz am Donnerstag gesperrt. So war zum Beispiel im Pitztal die Straße Richtung Gletscherbahnen ab Stillebach gesperrt. Im Ötztal wurde Bundesstraße B186 zwischen Sölden und Längenfeld um 18.30 Uhr gesperrt, auch die Straße zwischen Obergurgl und Zwieselstein war nicht mehr befahrbar. Am Freitagmorgen waren die Sperrungen noch nicht aufgehoben. Auch am Stubaier Gletscher war der Weg zur Mutterbergalm Talstation gesperrt, im Kühtai sperrte man die L13 Kühtai - Innsbruck bis zum Mittag wegen Lawinensprengungen. In Saas Fee war die Straße Saas-Grund bis Saas-Almagell am Donnerstag gesperrt, am Freitag ab 10 Uhr aber wieder befahrbar.