Die einen schütteln nur mit dem Kopf, die anderen freuen sich, bei herbstlichem Wetter schon den ein oder anderen Schwung fahren zu können. Derzeit wird bei Mittersill am Resterkogel von den Bergbahnen Kitzbühel wie schon in den vergangenen Wintern ein sehenswertes Schauspiel vollführt: Die im vergangenen Winter angelegten Schneedepots (Schnee gab es 2018/2019 wahrlich genug) werden von mehreren Pistengeräten auf der Resterhöhe verteilt, gewalzt und präpariert. Herbstliche Wiesen, saftiges Grün - und dazwischen ein weißes Schneeband. Mittlerweile sind es immerhin nicht mehr 20 Grad in Mittersill, wie an den ersten Tagen der Präparierung der Pisten, sondern nur noch knapp 10 Grad. Dennoch: Mit Winter hat das wenig zu tun, was hier angeboten wird.

 

Und so bezeichnete der Salzburger Grünen-Landtagsabgeordnete Josef Scheinast, der auch Sprecher der Grünen Wirtschaft in Salzburg ist, das Vorhaben der Kitzbüheler Bergbahnen im Gespräch mit der Zeitung STANDARD auch als "absurd, schändlich und lächerlich".

 

Die Bergbahnen werden das vermutlich anders sehen. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Nicht nur der Marketing-Effekt, als erstes Nicht-Gletscherskigebiet der Alpen geöffnet zu haben, ist wertvoll. Auch die Anzahl der Gäste, die das Angebot auf der Resterhöhe in den letzten Jahren wahrgenommen haben, ist bemerkenswert. In Zeichen des Klimawandels darf man das Vorgehen aber durchaus in Frage stellen, das tut auch Scheinast: "Man muss nicht jeder Nachfrage immer ein Angebot folgen lassen. Auch die Skibranche muss endlich klimapolitische Verantwortung übernehmen", so der Politiker in der HEUTE.

 

Allerdings hält sich tatsächliche Umweltverschmutzung der Bergbahnen in Grenzen. Bei der Schneeerzeugung werden zumindest keine Emissionen erzeugt, da es sich um Schnee aus dem letzten Winter handelt, der zugedeckt in Silos übersommert. Lediglich die Pistengeräte beim Anlegen und Auflösen der Depots verbrauchen Kraftstoff und stoßen somit auch Abgase aus. Nicht vergessen darf man aber die hunderte Autofahrten, die die Skifahrer in den nächsten Wochen hinauf zur Resterhöhe unternehmen werden, um dort den Schnee aus dem letzten Winter zu befahren. Muss das wirklich sein? Die Antwort können nur die Gäste geben - denn gehen sie nicht mehr Mitte Oktober zum Skifahren dorthin, dann werden auch die Bergbahnen das Angebot über kurz oder lang einstampfen.


Preise für die Tageskarten auf der Resterhöhe:


Kinder € 10,00
Jugendliche € 20,00
Erwachsene € 40,00

 

Und hier noch ein paar Bilder aus den vergangenen Tagen: