Wie ist es eigentlich um meine koordinativen Fähigkeiten bestellt? Solche Fragen stellt sich der Hobbysportler wohl eher selten - und wenn, dann nur vor einem möglichen Belastungsfall, etwa einem Skiurlaub. Koordination und Beweglichkeit nimmt bei uns einen eigenen Teil im Special zum Physistraining für Skisportler ein, weil es tatsächlich eine ganz wesentliche Komponente des Sports ist. Warum, das könnt ihr hier erfahren.

Ab zur Skigymnastik?
Richtig populär wurden solche Übungen mit der klassischen Skigymnastik, die neben Kräftigungs- und Konditionsaufgaben auch viele Dehn- und Gleichgewichtsübungen enthält, bei denen möglichst skitypische Bewegungen imitiert werden. Das hat System, denn die Sportwissenschaft belegt, dass Sportler sich spezifische koordinative Fähigkeiten aneignen, wenn sie die entsprechenden Bewegungen nur oft genug einüben. Motorische Inhalte werden vom Zentralen Nervensystem (ZNS) also gelernt, so wie sich das Gedächtnis ein Gedicht durch ständiges Wiederholen einprägt. Auf einmal gespeicherte Muster kann der Körper dann im Ernstfall immer wieder zurückgreifen. Üben lohnt sich also auch langfristig!

Nicht zuviel auf einmal

Doch welche Abläufe kann der Körper, oder besser das ZNS, sich merken? Und wie lange dauert das? Kurz gesagt: Leichter geht es, sich wenig komplexe koordinative Aufgaben vorzunehmen und diese dann erfolgreich zu bewältigen. Denn ein motorischer Erfolg ist dann schneller erreichbar, das fördert den 'Lernprozess'. Die Dauer ist natürlich individuell unterschiedlich, Bewegungstalente werden auch schwierigere Bewegungsaufgaben schneller lösen können als Grobmotoriker. Im Idealfall sollte geübt werden, bis ein Lernerfolg sichtbar wird. Das heißt dann natürlich nicht, dass ein Slackline-Einsteiger sich auf dem Gummiband abmühen müssen, bis er das Band beherrscht - das Trainingsziel kann auch niedriger gesteckt werden. Wer bei der ersten Einheit schon eine gewisse Sicherheit gewinnt, kann beim nächsten Training mehr versuchen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Wem das nicht gelingt, der probiert sich zuerst an einfacheren Balancespielen.

Früh übt sich
Die größten koordinativen Leistungsschübe sind übrigens im Kindesalter zu erreichen. Zwischen sieben und zehn Jahren sind die Trainingsmöglichkeiten ideal, nach der Pubertät nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Wer also von Kindesbeinen an etwas geübt hat, kann nun im Vorteil sein. Natürlich sind aber auch für bereits erwachsene Ersttäter Fortschritte möglich. Der ideale Ausgangszustand ist dabei ein ausgeruhter Körper.

Sieben Formen der Koordination
Wer nun glaubt, Koordination sei für den Körper ein und dasselbe, der irrt. Sieben unterschiedliche koordinative Fähigkeiten unterscheiden die Trainingsexperten. Für den Laien mag das beim Training aber weniger relevant bleiben. Wenn er sich Bewegungsformen aussucht, die seinen späteren sportlichen Abläufen nahe kommen, wird der Trainingserfolg nicht ausbleiben.